Der Sog in
die Vergangenheit
Ich surfe durchs Internet...
In Suchmaschinen suche ich nach Begriffen wie Tod, Blut, Hass usw.
Meine Augen werden größer, wenn ich auf die Seiten klicke. Schwarzer Hintergrund, ruhige
Musik, weiße Schrift, angsterfüllte Bilder. - mein Puls schlägt höher, mein Blut in
mir beginnt zu brodeln. Ich hole mir so die Gedanken meiner Vergangenheit zurück. Meine
Vergangenheit, die ich wieder träume. Die Vergangenheit mit all dem Schmerz, mit all dem
Leid.
Ich stolpere über große Steine, die mir in den Weg gelegt worden sind, die mir meine
Haut blutig gescheuert haben. Meine Hände beginnen zu zittern, wenn ich Dinge über den
Tod lese, wenn ich Bilder von Friedhöfen sehe. Wieder möchte ich selber dort liegen,
wieder möchte ich schwarze Rosen auf meinem Grab bewundern können. Meine Gedanken
überschlagen sich. Ich habe Lust... Lust wieder so zu sein wie ich mal war: ängstlich
zurückgezogen, in der eigenen Blutlache stehend, die Klinge in meinem Arm steckend, den
Bauch mit Hass füllend.... so war ich. Ich war so. Mir wurden all das genommen.
Mir wurden die Scherben genommen, der Hass im Bauch, die Angst in der Seele, der Wunsch
nach Tod. All das bin ich nicht mehr. Doch ich möchte wieder so sein. In machen
Situationen möchte ich wieder ICH sein. Bin ich denn jetzt noch die Rote Träne? Bin ich
noch die, als die ich geschaffen wurde? Bin ich ich noch die, die es geliebt hat
geschlossene Wunden auf der Haut wieder zum Bluten zu bringen? - nein, die bin ich nicht
mehr. Ich möchte dennoch wieder so sein. Möchte die Schmerzen an die Oberfläche
bringen, die ich in der Seele hatte und oft noch habe.
Wer verbietet mir wieder ICH
zu sein? - viele! Leider viele?! Zum Glück viele?! Ich weiß es nicht. Zu viele
jedenfalls gibt es, die sich um mich sorgen. Sorgt euch nicht, lasst mich Sein. Lasst mich
so sein, wie ich es in den Minuten sein möchte. Wenn ich möchte, lasst mich die
Rote Träne sein. Wenn ich möchte, lasst mich ein normales Mädchen sein. Wenn ich
möchte, lasst mich an meinen Wunden lecken. Wenn ich möchte, lasst mich die
Sonnenstrahlen zählen. Eins solltet ihr tun: Lasst mich so sein, wie ich bin
.......vielleicht
uninteressante Worte, von einer uninteressanten Frau
.......vielleicht verzweifelte Worte, von einer verzweifelten Frau
.......vielleicht unverständliche Worte, von einer unverstandenen Frau
.......vielleicht verletzende Worte, von einer verletzten Frau
.......doch es sind alles Worte von Mandala.