Gedicht 2

Sie sitzt in einer Ecke,
in welche kein Licht dringt,
die Dunkelheit spiegelt ihre Seele wieder,
denn diese ist schwarz,
eine Träne gleitet langsam über ihre linke Wange,
sie spürt deren leicht salzigen Geschmack auf ihren Lippen,
sie betrachtet mit traurigen Augen ihre rechte Hand,
plötzlich trifft sie ein einziger Sonnenstrahl,
der etwas in ihrer Hand wie ein Schmuckstück glänzen lässt,
erst bei genauerem Hinsehen wird einem bewusst, was es ist...
...eine wunderschöne, silberne Rasierklinge.
Unter Tränen lässt sie diese über ihren Arm gleiten,
dunkelrotes Blut tropft auf den Boden,
sie zittert am ganzen Körper,
doch bei dem Gefühl des Schmerzes löst sich ihre innere Anspannung,
sie legt sich zufrieden auf den kalten Steinboden,
blickt zum wolkenlos blauen Himmel,
streicht sich mit ruhiger Hand die Haare aus dem Gesicht,
holt tief Luft,
und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihr größter Traum in Erfüllung geht.
Und sie wird erhört...
Denn sie schließt ihre Augen - für immer.
 

© by Sarah