Narzißmus

Viele Frauen besitzen kein stabiles Selbstwertgefühl. Nach außen zeigen sie eine intakte, selbstbewusste Fassade, hinter der sie sich jedoch verletzt, unsicher und minderwertig fühlen. Selbstwertschwache Frauen versuchen deshalb durch besonders gute Leistungen, Perfektionismus und Attraktivität einem Idealbild von sich zu entsprechen. Bei Kränkung, Zurückweisung oder Kritik werden sie schnell unsicher und fühlen sich ungeliebt. Damit gehen Schwierigkeiten in Beziehungen einher, die sie zwischen den extremen Ängsten bewegen: der Angst, verlassen zu werden, und der Angst, vollkommen vereinnahmt zu werden...
(Bärbel Wardetzki)

Narzißmus ist eine Persönlichkeitsstörung. Wenn ihr Euch in dieser Tabelle mit einigen Punkten identifizieren könnt, heisst es nicht, dass ihr diese Persönlichkeitsstörung habt.  Jeder Mensch besitzt einen  Narzißmus, der im gewissen Maße gesund ist. 

 

Männlicher Narzißmus

Weiblicher Narzißmus

betont die Grandiosität ist in der Minderwertigkeit, Depression und Hilflosigkeit verwurzelt
Kampf um Anerkennung und Autonomie Anerkennung durch Überanpassung
männliches Rollenbild weibliches Rollenbild
Kompensation der Schwäche durch Grandiosität Kompensation der Schwäche durch Überanpassung, Leistung und Attraktivität
distanziert, vorwiegend unempathisch Aufgehen im anderen, empathisches Mitfühlen bis zur Übernahme fremder Gefühle
narzißtisches Wir-Gefühl depressiver >GefühlsSumpf< (Negativität)
Stabilisierung des Selbstwertgefühls durch die Partnerin und ihre Bewunderung Suche und Entlehnung eines idealisierten Selbst beim Partner und seinen Erfolgen
Identifizierung mit dem Idealbild, das die Partnerin von ihm macht Identifikation mit Idealsselbst des Partners; Partner ist idealisiertes Ersatzselbst
sucht Mutterfigur sucht Elternfigur und Halt im Partner, bemuttert den Partner
offene Aggressivität, Auflehnung und Abwertung passive Form der Aggressivität, häufig in Form von Verweigerung, Trotz und innerer Abwertung
Verfolgerposition Opferposition

 

...lehnt ein anderer eine gemeinsame Unternehmung ab, so kann sich die Betroffene tief gekränkt und zurückgestoßen fühlen. Viele Frauen glauben tatsächlich, dass die Ablehnung ihres Wunsches gleichbedeutend sei mit einer Ablehnung ihrer Person...

...ein narzißtischer Mensch fühlt sich schnell durch den anderen beleidigt, wenn dieser sich anders verhält, als man es fordert oder erwartet...

...die narzißtische Wut richtet sich gegen die Beziehung und den anderen und hat zum Ziel, dass dieser sich mindestens so schlecht fühlen soll, wie man selbst...

...die Angst, abgelehnt zu werden ist so groß, dass sie die Anpassung wählen, statt sich authentisch zu fühlen und zu verhalten...

...vor allem in Zeiten, in denen es ihnen gut geht, sind sie sehr gefährdet, sich unangenehme Gefühle >zu machen<. Es ist, als könnten sie nicht damit umgehen, sich wohlzufühlen...

...die Befriedigung der Wünsche anderer Menschen gelingt selbstwertschwachen Frauen gut, aber ihre eigenen Wünsche bleiben unrespektiert...

...da sie keine eigene Meinung haben, werden sie dankbar die von anderen übernehmen, wobei sie kaum auswählen können, welche für sie die richtige ist...

...bei weiblich-narzißtischen Frauen fällt auf, dass sie sowohl viele Sachen essen, die sie >eigentlich< gar nicht mögen, als auch Dinge tun, die sie im Grunde nicht tun möchten...

...anstatt sich zu fragen, was sie möchten, richten sie sich nach anderen...

...am liebsten hätten feste Vorschriften, an denen sie sich orientieren können. Auch in der Therapieübernehmen die Patientinnen unhinterfragt die Anweisungen, befolgen >brav< und haben nicht den Mut, sie zu kritisieren, wenn sie sich als hinderlich auf ihrem Genesungsweg herausstellen...

...es kommt ihnen nicht in den Sinn, für sich selbst einzutreten und auf eine individuelle Lösung hinzuarbeiten, die für sie im Moment sinnvoller wäre...

..."Was möchtest du denn?" löst bei den Frauen Unsicherheit und Zweifel, weil sie sich nicht vorstellen können, selber Wünsche äußern zu dürfen, auf die der andere ernsthaft eingeht...

...narzißtische Frauen lassen sich für den therapeutischen Prozess kaum Zeit und wollen am liebsten sofort gesund sein( Ungeduld)...

...indem sie schnell übernehmen was man ihnen sagt, vermeiden sie Eigenverantwortung und selbständiges Nachdenken...

...bevor sie sich den Kopf zerbrechen, um herauszufinden was sie wollen, fragen sie lieber den anderen und passen sich ihm an (Faulheit)...

 

Aus dem Buch: Weiblicher Narzißmus
- Der Hunger nach Anerkennung -
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