Never lost memories

Ich fühle mich wie einer dieser Engel,
die mit schwarzen Flügeln,
in eine reine, weiße Welt geboren werden,
die in ihr aufwachsen, bis sie ihr wahres Ich erkennen,
und sich plötzlich eingepfercht wieder finden.
Die Fliege, die summend die Stimme der Mutter übertönt,
ist in mein Zimmer geflogen, und findet nicht mehr hinaus,
sie wird an ihrem Verhalten vergehen,
ebenso wie ich an meinem...
Die Einzelne Träne, die aus meinem Aug' fließt,
a sacred Tear, of love and fear,
gleicht dem Schrei eines Sterbenden,
wie die Bibel einem Buch,
es ist das selbe, doch etwas anderes...

Hatte immer gehofft, zu gewinnen,
ein greifbar naher Sieg,
ich dachte ich hätte ihn gefasst,
hielt ihn fest als eine Vision,
bis ich merkte, das selbst die Fantasie,
meiner Hand entglitt.
Träume schwanden in dem Licht,
das sich über mir auftat.
Ich streckte meine Hand,
flehte um Hilfe, flehte um Verständnis.
Schreie hallen wieder,
in luftleerem Raum.
Ängste kollidieren mit Wänden,
schlagen zurück - erdrücken mich.

Never lost memories.
Dort steht es, mit meinem Blut,
an weißer Wand.

Träume erlischen, mit ihnen das Licht,
war es doch meine Hoffnung,
bin ich nun verloren.
Verzweiflung erfasst mein Herz,
schreie nachdem, was ich nie bekommen.
Gitter halten Hilfe fern,
niemand kommt um mich zu retten.
Gefangen in dem kleinen Verlies,
aus dem es kein Entrinnen gibt.
Woher die Kraft noch nehmen,
um weiter nach vorn' zu schau'n?
Wenn dort doch keine Quelle mehr ist.
Der Bach, er fließt,
er entspringt doch einer Quelle,
einem kleinen, klaren Quell,
wenn doch dieses dann versiegt,
fließt er nur, bis Reserven ihr Ende finden,
dann ist er leer. Hohl, endgültig versiegt.
Wellen schlagen hoch an Ufern,
Fels auf Wasser, Wasser auf Fels -
Eine Symphonie nie endender Traurigkeit.
In dessen Wasser Depressionen wie schwere Steine liegen.
Das Leben - das Wasser, spült um sie herum,
verschlingt sie, und gibt sie wieder frei.

Irgendwann, endlich mag ich eine Hand sehen,
eine die versucht mir zu helfen,
doch Mut wird es nunmehr nicht geben,
zuzugreifen, nur die Angst vorm Leben.
Angst enttäuscht zu werden.
Das Blut fließt,
mein Blut sind nun meine Tränen.
Ich schreibe auf, was mein Innerstes Bewegt,
was mich von innen aufzehrt und zerreißt.
Doch überkommt mich nur die Hoffnungslosigkeit,
eines lebenden Toten.
Er wird nicht sterben,
aber er lebt auch nicht.
Ja! Irgendwann steche ich mir den Stift,
der diese Worte mimt,
in die Hand, und schreibe mit meinem Blut weiter.

Never lost memories,
mit meinem Blut auf weißes Blatt.
Geschrieben, zitternd durch meine Hand.

Wort um Wort quillt hervor aus meinem Sein,
Satz an Satz reiht es sich auf,
Blatt um Blatt wird es gefochten,
erzählend, eine Geschichte,
nie vergessener Erinnerungen.

Kälte, die kein Feuer Vertreiben kann,
Kälte, gegen die Wärme nicht besteht.
Immer hatte ich nur auf eines,
dieses unerreichbar' Gefühl gehofft.
Auf Hilfe, jemanden, der mir seine Hand entgegen reicht,
eine Hand, die ich zu fassen und halten vermag.
Warte auf jemanden, der Hoffnungslosigkeit verscheucht,
und Licht in Dunkelheit bringt.
Doch warte ich umsonst.
Niemand kommt. Niemand ist da.
Die Vergangenheit nimmt mich wahr,
frisst mich auf, und spuckt mich wieder aus.
Ich kann nicht mehr!

Liege in dem weißen Raum,
mit roter Schrift an blanker Wand,
in meinem eigen' Blut,
pulsierend strömt es aus den Adern,
das einmal durch blaue Adern floß.
Neben mir ein Zettel.
Er verkündet eben dies, wie auch die Wand,
welch's in großen, blutend' Lettern,
geritzt ziert, meinen nackten Bauch.

Never lost memories.

© by Helena