Klopfzeichen

lieber ich den Tode wähl
als dass ich mich noch weiter quäl
seit Jahren denke ich nur dies´
gefangen hier in dem Verlies

hab lang den glauben aufgegeben
Hass auf das zerstörte leben
doch sinnlos dem noch nachzuhängen
nichts kann meine ketten sprengen

so ist ein Tag gleich wie der andere
wie tot ich durch den Kerker wandere
frage mich wie lange noch
vegetieren in diesem Loch

ein neuer Tag ohne die sonne
ew´ge nacht zerriss die Wonne.
nichts kann meine wunden stopfen
plötzlich - höre ich ein klopfen

ganz leis zuerst, dann immer fester
auf einmal dröhnt´s wie ein Orchester
ich bin wie du, kannst du mich hören
komm hilf die mauern zu zerstören

Erinnerung an längst verschollenes
schönes wie auch ungewolltes
doch die triebe sind nicht tot
Sehnsucht keimt in meiner Not

nicht mehr allein, wie soll ich´s glauben
Zweifel meine Hoffnung rauben
doch ich spüre ganz genau
dass ich mich noch zu träumen trau

davon, wie mauern doch nachgeben
weil sich verbirgt dahinter leben
das sich nicht beugen will dem Tod und Hass
viel schöner doch ist Lebensspass

doch dieses gründet sich auf Liebe
ich schwöre, dass ich Eisen biege
und diesen Menschen einst erlang
Klopfzeichen, Himmelsglockenklang...

© by Talesin