Wie ein Käfer
...........wenn ich IHN mal
zufällig sehe, und und ich auch nur in der Ferne seine Stimme höre läuft es mir kalt
den Rücken runter. Es scheint als müsse ich mich übergeben. Mein Magen zieht sich
zusammen und mir wird schwindelig. Ich kann seine Visage nicht ertragen und versuche vor
der Vergangenheit zu fliehen. Ich lasse IHN dann meist hinter mir, muss nicht mehr seine
Nähe riechen, doch vor der Vergangenheit werde ich verfolgt. Sie folgt mir in jede kleine
Ecke, in jedes Loch in das ich mich versuche zu verkriechen. Ich kann die Vergangenheit
nicht abschütteln und der Schauer auf meinem Rücken bleibt. Es ist grausam wenn man tief
im Inneren weiß, dass es kein Entrinnen gibt. Ich versuche immer wieder zu fliehen, doch
eine Chance habe ich nie. In so einer Situation fühle ich mich wie ein Käfer, der auf
dem Rücken liegt und versucht sich auf seine kleinen Beinchen zu stellen. Auch ihm
gelingt es nicht, denn er ist zu schwach um seine Flügel auszubreiten und sich somit von
selber umzudrehen. Er muss auf einen Windstoß hoffen, der ihn ein wenig in die Lüfte
hebt, um dann wieder auf seinen Beinen landen zu können.
Ich bin dann auch in so einer Situation - hilflos und hoffend. Ich hoffe auf einen
Windstoß, der allerdings meine Vergangenheit fort trägt. Nur meine Chance, dass so ein
besonderer Wind wehr ist 0 zu Unendlich, wobei der Käfer vielleicht eine Chance von 10 zu
100 hat. Möglicherweise wird der Käfer in seiner Rückenlage von einem Menschen bemerkt,
der ihn liebevoll wieder auf die Beine stellt. Doch auch für ihn gibt es eine Sache, die
er sich nie wünschen würde, die ich allerdings in so einer Situation jedes Mal erlebe. Es
kommt eine gefühlslose Person an und denkt sich, der Käfer ist nur ein Tier wovon es
Millionen - gar Billionen gibt, und tritt auf ihm herum. All des Käfers Hoffnung waren
umsonst und nun liegt er auf der Straße und hofft auch nicht mehr auf einen Windstoß.
Bei mir ist es ähnlich, nur dass keine Person auf mir, bzw. auf meinen Gefühlen
herumtritt, sondern dass ich auch nicht mehr hoffen kann. Die Hoffnung ist dann auch bei
mir verschwunden, als sei ich von einem Menschen totgetrampelt worden. Ein toter Mensch
hat auch keinen Grund mehr auf Sonnenschein zu hoffen, wie ein toter, auf dem Rücken
liegender Käfer auf Wind. Versteht hier einer was ich damit sagen möchte?! Ich weiß
selber nicht ganz, ob ich es richtig verstehe, aber dieses Beispiel mit dem Käfer lag mir
auf der Zunge, und ich denke, wenn es in meinen Gedanken war, wird es schon
richtig sein...
jedenfalls für mich...