Ich

Hallo, ich bin Mandala, und ich habe lange Zeit gecuttet. Ich habe mich mit Scherben, Klingen, Zigaretten etc verletzt und ich habe es genossen.Ich habe so meinen innerlichen Schmerz an die Oberfläche gebracht, den sonst niemand gesehen hat. Immer war ich für aussenstehende die nette, süße, liebe Mandala. Doch in mir drin war ich eine schwarze, stinkende Leiche. Ich lag in meinem Sarg aus Hass und Schmerz. Monate lang habe ich Dinge erlebt, für die ich mich selber hasste. Ich hörte immer wieder eine Stimme in meinem Kopf, die sagte "Du hast selber schuld! Du hättest was dagegen tun können! Du bist schlecht! Du mußt leiden!" Ja, alles das hörte ich Tag und Nacht. Immer wenn die Stimme wieder nach mir rief, fing ich an zu bluten. Es fing mit einigen kleinen Tropfen an, aber dann wurden es langsam Flüsse. Flüsse aus dunkelrotem Blut, die sich in dem Tuch fingen. Das Tuch was auf meinem Schoß lag, was von Tropen zu Tropfen härter wurde. Doch wegschmeißen konnte ich es nicht, denn es war MEIN Blut. MEIN Lebenssaft... Lebenssaft?! Habe ich gelebt?! Nein, gelebt habe ich lange Zeit nicht. Ich habe vor mich her vegetiert. Habe alles wie durch einen Schleier gesehen. Nichts an mich rangelassen. Keine Liebe, keine Wärme, keine Zuneigung, kein liebes Wort. Alles wurde von meiner selbsterbauten Mauer abgewehrt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich wieder leben MUSS um glücklich zu sein. Glücklich sein...was war das?! Glück war für mich mein Blut zu sehen...

 

Blut ist der schönste Saft den es gibt... dunkelrot, fast 
schwarz.... schwarz wie manchmal die Seele und rot wie manchmal 
der Fluss an dem ich lang gehe... einmal rote Tränen weinen...
einmal im roten Meer schwimmen... ich liebe mein Blut... 
aber ich lasse es nicht mehr absichtlich fließen, dafür ist es 
zu kostbar... ich brauche es noch um Leben und Lieben zu können....