In Liebe und Zuneigung...

 

Nach schlimmer Zeit und vielen schmerzlichen Stunden hat ein liebevoller Mann meine dunkle Welt betreten. Mit ehrlichen Augen sah er in meine schwarze Seele, und mit liebevollen Händen streichelte er mir über meine rosa gefärbten Narben. Nie zuvor hat mich ein Mensch so mit seiner Art berührt, wie er. Er hat mir durch seine Liebe gezeigt, dass es auch schöne Seiten im Leben gibt. Die Seiten im Leben, die ich bis dahin nicht erleben durfte – nicht in dieser Art und Weise.

Wundervolle Worte drangen in meine Ohren, die eine männliche Person mir bis zu dem Zeitpunkt nur mit Lügen untergejubelt hatte. Lügen, von denen ich immer geglaubt hatte sie wären die Wahrheit gewesen. Doch die Worte, der entsprechenden Personen, waren verschmutzt und stanken nur so bis zum Himmel. Ich wollte die Lieblichkeiten wahrhaben, und habe so den Dreck nicht mehr gesehen. Tief in meinem Herzen habe ich mir jeden Tag und jede Nacht so einen Menschen, wie Danny einer ist, gewünscht. Von Heute auf Morgen war er da. Er erfüllte meinen Lebens(t)raum mit Liebe. Nur, von Heute auf Morgen war er auch schon wieder von mir getrennt, denn nach einer Woche seelischen Zärtlichkeiten bin ich für einige Wochen in eine Klinik gezogen, in der ich hoffte meine Vergangenheit verarbeiten zu können. Dort bin ich in vielen Therapieformen mit meinen Erlebnissen konfrontiert worden. Es war eine schwere, aber schöne Zeit. Ich kam mit Menschen in Kontakt, die ich auf der Strasse wohl nie so hätte kennen lernen können. Frauen und Männer allen Altersstufen gaben mir in der Klinik Kraft zum kämpfen, doch auch Danny war jeden Abend dort und hat mir seine Liebe geschenkt.

Eine leichte Zeit war es für uns beide nicht. Ein paar Stunden am Tag sehen und im Arm liegen. Nicht lange, aber dafür intensiv. Wenn er bei mir war, ging es mir gut. Nicht immer, denn die Klinik war kein Zuckerschlecken. Wenn ich an einem Abend total glücklich und gutgelaunt war, konnte es am anderen Abend schon wieder das Gegenteil sein. Gefühlsschwankungen ohne Ende kamen in mir hoch, die von meinen verarbeiteten Erlebnissen, wie auch von den anderen Patienten und Patientinnen hervorgerufen wurden. Für Danny musste es sehr schwer gewesen sein sich mir anzupassen, mich zu verstehen. Wenn er mich besuchte wusste er niemals vorher, wie und welche Person ich sein würde. Würde ich ihn anmotzen?! Würde ich in seinen Armen liegen und schreien?! Würde ich ihm meine Gefühle zeigen, meine Liebe?! Würde ich ihn ignorieren und nur an andere Dinge denken?! ... Es war wie bei einer Wundertüte. Man kauft sie und weiß aber nicht, ob da nun eine Überraschung drin ist, die man das Leben lang nicht mehr hergeben will, oder ob es eine Sache ist, die man sofort in den nächsten Mülleimer wirft. Eigentlich ist die Metapher mit der Tüte eine falsche, denn weggeworfen hätte und hat mich Danny nie. Auch wenn ich ihn mal durch den angestauten Schmerz des Tages oder des Hasses auf gewisse Personen, die mein Leben so gestalten haben wie es ist, nur angeschnauzt habe. Ich war eine innerlich aggressive Frau, die aber die Aggressivität nicht gegen andere richten konnte.

Ich fragte mich oft, warum Danny mir die Tür zu seinem Herzen öffnete, und nicht einer Frau, die ihr Leben unter Kontrolle hatte. Ich war eine wandelnde Puppe, die keine Meinung oder Lebensmut hatte. Immer wieder habe ich ihm von den Erlebnissen in meinem Leben erzählt, die auch er schwer verarbeiten konnte. Auch er hasste. Er hasste die Männer in meinem Leben mehr als ich es je getan habe und je hassen könnte. Ich hasste nur mich, meine Schnitte, meine Verbrennungen, meine Seele, meinen Körper.... ich hasste mein Sein.

Danny aber hat mir gezeigt, was es heißt sich selbst zu lieben, sich zu akzeptieren. Danny ist auch heute noch der wahrscheinlich größte Teil meines Lebens. Der einzige Mensch dem ich starkes Vertrauen entgegenbringe. In unserer Beziehung gibt es auch heute noch einige Tiefen, die wohl jede Partnerschaft mal hat. Ich denke oft, dass ich nicht fähig bin eine Liebe zu pflegen, denn oft bin ich es, die irgendwelchen Streit hervorruft. Ich bin es, die schnell in die Luft geht, die unbewusst verletzt. Ich schäme mich noch immer für mein Verhalten, dass ich so bin wie ich bin. Aber ich weiß, dass diese Scham bald – irgendwann – getötet ist.

Ich danke Danny, dass er mir so viele schöne Dinge in mein Leben gebracht hat, und dass er mich nach langer Zeit noch immer so liebt wie am ersten Tag. Er war der beste Therapeut, den ich mir je hätte wünschen können.

„Ich danke Dir von ganzem Herzen!"

...In Liebe und Zuneigung...“

 

*M*

 

 

----------- (19.10.2001) ----------- Es war wieder eine schöne Zeit, Danny. Aber wenn wir glücklich werden wollen, muss es so sein wie es ist. Ich wünsche Dir in Deinen nächsten Beziehungen mehr Frieden als in unserer. Du hast mein Leben verändert und geprägt, und dafür danke ich Dir sehr... meine Liebe wird immer bei Dir sein, mein Glück werde ich jetzt woanders finden. *In ewiger Liebe* *M*