Abgrund

Ich bin am Abgrund,
kein Mensch zu sehen.
Wenn ich Freiheit wünsche,
brauch´ ich nur einen Schritt zu gehen.

Mein Ende,
ich atme schwer und schweige.
Bevor ich mit meinen eigenen Füßen
schwerelos in die Leere steige.

Meine Gedanken,
kreisen um den Tod.
Ein kleiner Schritt der mich befreit,
befreit aus meiner Not.

Ich habe Angst,
Angst vor der Tiefe.
Keiner hat mein Wort erhört,
als ich um Hilfe riefe.

Doch nun steht meine Entscheidung fest,
Ich werde von Euch gehen.
Ihr könnt mich, wenn ihr kommt herbei,
in den Abgrund fallen sehen.

Wie ein Vogel, frei und leicht
fliege ich davon.
Seht mich an, ja das bin ich
und keine Illusion.

Mein Körper wird vom Wind getragen,
federleicht, ganz ohne Kraft.
Ich schwebe leis´ in Richtung Erlösung,
gleich hab´ich es geschafft.

Gleich werden meine Schmerzen schwinden,
gleich ist meine Seele frei.
Wenn ihr lauscht, dann könnt ihr hören
meinen erleichterten Befreiungs-Schrei.

Wenn ihr eure Herzen öffnet
könnt ihr spüren, wie ich litt.
Ihr werdet die Antwort selber finden,
weswegen mein Leben aus den Fugen glitt.

Verzeiht mir meinen letzten Wunsch,
verzeiht, ich werde euch verlassen.
Doch ihr wisst nicht, wie es ist
seiner Selbst nur noch zu hassen.

Ich werde nach dem dumpfen Aufprall
als Engel für euch leben.
Ich werde euch in Traurigkeit
die Freude wiedergeben.

Meine Hände werden schützen,
werden über euren Köpfen walten.
Ich werde euch auch nach meinem Leben
in Erinnerung behalten.